REEZE ist ein vielseitiges Robotiksystem für den Ganzjahreseinsatz, das sich flexibel an unterschiedlichste kommunale Aufgaben anpasst. Die vollmodulare, auf Langlebigkeit ausgelegte Architektur ermöglicht zudem eine sofortige Vor-Ort-Reparierbarkeit, wodurch Ausfallzeiten minimiert und Ressourcen nachhaltig geschont werden.
REEZE ist ein vollmodularer Bodenpflegeroboter für den Außenbereich. Statt eines geschlossen Gerätes, das bei einem Defekt zum aufwändig repariert werden muss, besteht REEZE aus fünf unabhängigen Modulen. Motor, Batterie, Steuerung und zwei Anwendungsmodule lassen sich vor Ort in Minuten und ohne Spezialwerkzeug tauschen.
Damit zielt das Projekt nicht auf den günstigsten Anschaffungspreis, sondern auf die niedrigsten Betriebskosten über Jahre. Das Konzept ist zum Patent angemeldet (DE 10 2023 113 610 A1).
Kommunen und Landschaftsbauunternehmen stehen unter Druck. Der Fachkräftemangel wächst, die Flächen müssen ganzjährig gepflegt werden. Autonome Geräte sind die naheliegende Antwort, aber die meisten sind nicht auf eine schnelle und einfache Reparatur ausgelegt. In Flotten von 20, 50 oder 100 Einheiten summieren sich Ausfallzeiten, Reparaturkosten und Wiederbeschaffung zu einer erheblichen Belastung.
Dahinter steht ein Designproblem: Reparierbarkeit ist von Beginn an nicht vorgesehen. Das erzeugt Kosten und Elektronikschrott zugleich.
Leitidee: Ein Gerät sollte nie als Ganzes ersetzt werden müssen, sondern nur das, was tatsächlich verschlissen ist.
Problem: Ein einzelner Defekt darf nicht das ganze Gerät entwerten. Entscheidung: Fünf unabhängige Module, vor Ort werkzeuglos in Minuten tauschbar. Eine ganze Flotte wird durch einen gemeinsamen Ersatzteilbestand abgesichert.
Problem: Ein reiner Mähroboter steht den halben Jahresverlauf still. Entscheidung: Wechselbare Anwendungsmodule für Mähen, Kehren, Schneeräumen, Streuen und Laubsammeln.
Problem: Modularität nützt wenig, wenn sie unsichtbar bleibt. Entscheidung: Ein zurückhaltender Körper mit weißem Bumper, großzügigen Griffmulden für den Einsatz mit Arbeitshandschuhen und einem semitransparenten Plexiglasdeckel, der das Innenleben zeigt. Der Deckel ist zugleich für eine spätere Solar-Nachrüstung vorbereitet.
Problem: Eine eigene Autonomie-Steuerung von Grund auf zu bauen, sprengt den Rahmen. Entscheidung: Die Elektronik baut auf dem Open-Source-Projekt OpenMower auf. Nur die verbindenden Platinen müssen noch entstehen.
REEZE ist ein Langjähriges Projekt aus dem Bachelorstudium und dem Masterstudium. Mit dem Fellowship des Neudeli - Der Gründerwerkstatt der Bauhausuniversität Weimar - wurde der Anfang gesetzt.. Das Konzept wurde 2023 zum Patent angemeldet.
Konzept, Konstruktion, Gehäusefertigung und Gestaltung lagen in einer Hand. Die Elektronik baut auf dem Open-Source-Projekt OpenMower auf.
Der Markt für Outdoor-Serviceroboter wächst. In vielen Verwaltungen ist der Einsatz autonomer Geräte bereits beschlossen oder in der Pilotphase. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern womit. REEZE setzt dort nicht als günstigstes Gerät an, sondern als wirtschaftlich überlegene Langzeitlösung. Ein gemeinsamer Ersatzteilbestand sichert eine ganze Flotte, defekte Einheiten werden vor Ort getauscht. Die EU-Richtlinie zum Recht auf Reparatur verstärkt diesen Hebel. Der nächste Schritt ist die technische Funktionstüchtigkeit. Danach lässt sich das Modulkonzept wirtschaftlich weiterdenken, etwa über separat vermarktete Module, Leasingangebote oder Abo-Updates.