OCYRA ist eine professionelle Medien-Lokalisierungs-Suite für regulierte Umgebungen. Untertitelung und Dokument-Lokalisierung laufen in einem Werkzeug, mit gemeinsamem Projekt-, Review- und Audit-Modell. Die KI läuft wahlweise vollständig lokal, sodass auch vertrauliche Inhalte nicht das Gerät verlassen müssen.
Wer Medien barrierefrei und mehrsprachig ausliefern muss, jongliert heute mehrere Spezialwerkzeuge: eines für Untertitel, eines für die Dokument-Lokalisierung, eines für die Übersetzung, oft noch eines für die Barrierefreiheits-Prüfung. Jeder Wechsel kostet Zeit, und keiner der Wege endet mit einem belastbaren Nachweis.
OCYRA fasst beide Welten zusammen. Ein Untertitel-Arbeitsbereich mit Zeitleiste, Sprecher-Erkennung und KI-Transkription, daneben ein Dokument-Arbeitsbereich für die mehrsprachige Lokalisierung. Beide teilen sich Projekt, Review und Audit. Am Ende steht ein gebrandeter PDF-Bericht, der die Barrierefreiheit nicht behauptet, sondern belegt.
Möglich wird das durch eine Plugin-Plattform: Sprache, Übersetzung, Formate und Prüfungen kommen als geprüfte Plugins, die KI läuft auf Wunsch komplett lokal.
Erstens, Vertraulichkeit. Die komfortablen Werkzeuge sind in der Regel cloudbasiert, der zu lokalisierende Inhalt läuft also über fremde Server. Für medizinische, juristische, behördliche oder interne Inhalte ist das ausgeschlossen.
Zweitens, Beleg statt Behauptung. Seit Juni 2025 verpflichtet der European Accessibility Act viele Anbieter zur Barrierefreiheit, in Deutschland über das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Im Streitfall reicht nicht zu sagen "wir sind konform", es braucht einen dokumentierten Nachweis.
Drittens, Untertitel und Dokumente in einem Fluss. In der Praxis hängt beides zusammen: ein Schulungsvideo plus die zugehörigen Begleitunterlagen, eine Aufzeichnung plus das übersetzte Protokoll. Die Werkzeuge dafür sind getrennt, mit getrennten Projektmodellen, getrennten Übersetzungs-Workflows, getrennter Qualitätssicherung.
Grob lassen sich aus der Recherche vier Lager unterscheiden, je mit einem Beispiel. Keines davon deckt die Kombination ab:
(zum Beispiel Subtitle Edit, Aegisub, EZTitles, OOONA): stark bei Lesegeschwindigkeit, Cue-Konsistenz und Format-Vorgaben, oft lokal lauffähig, aber ohne durchgehende Review- und Audit-Ebene und ohne Dokument-Lokalisierung.
(zum Beispiel Descript, Happy Scribe, Kapwing): komfortabel und schnell, aber durchgehend cloudbasiert.
(zum Beispiel Trados, memoQ, Phrase, Crowdin): stark in Dokument-Lokalisierung mit Translation Memory und Glossar, aber überwiegend Cloud, schwach bei zeitgebundenen Medien und ohne lokale KI.
(zum Beispiel Siteimprove, accessiBe): prüfen die veröffentlichte Website, nicht den Inhalt beim Erstellen.
OCYRA besetzt die Schnittmenge, die ich in dieser Form nicht gefunden habe: Untertitel und Dokumente in einem lokalen Werkzeug, mit Review-Paketen, gemeinsamem Audit und Nachweis. Die einzelnen Bausteine gibt es. Die geprüfte Verbindung von Untertiteln und Dokumenten mit Audit-Trail und lokaler KI ist bis jetzt frei.
Weniger für Social-Media-Creator, für die es etablierte Cloud-Tools gibt. Eher für Organisationen mit vertraulichen Inhalten und Barrierefreiheits-Pflicht, zum Beispiel Medizintechnik, Recht, öffentliche Stellen oder regulierte interne Lerninhalte. Für sie ist "kein Upload" Bedingung, "nachweisbar konform" Pflicht, und ein gebrandeter Report genau das, was die Revision sehen will.
Drei Rollen treffen typischerweise zusammen: der Lokalisierungs-Verantwortliche, der unter Zeitdruck mehrere Sprachen und Formate koordiniert; der Accessibility-Verantwortliche, der im Streitfall den Nachweis schuldet; und die interne Compliance, die Vertraulichkeit und Audit-Pfad sehen will. OCYRA bedient alle drei in einem Werkzeug.
Problem: Untertitelung, Dokument-Lokalisierung, Übersetzung und Barrierefreiheits-Prüfung sind heute getrennte Spezialwerkzeuge. Entscheidung: OCYRA ist der Hafen, die einzelnen Fähigkeiten legen als Plugins an. So entsteht aus vielen Bausteinen ein Werkzeug, das mit den Aufgaben mitwächst, statt für jede neue Anforderung neu gebaut zu werden. Jedes Plugin ist vorher geprüft und vom Rest abgeschottet.
Problem: Die bequemen Werkzeuge laufen in der Cloud. Für vertrauliche Inhalte ist das ausgeschlossen. Entscheidung: OCYRA bringt die KI lokal mit, die ganze Strecke läuft offline. Wer will, schaltet pro Aufgabe einen Cloud-Baustein zu. Die Vertrauensgrenze zieht der Nutzer, nicht das Tool.
Problem: Barrierefreiheit muss man im Streitfall belegen können, nicht nur behaupten. Entscheidung: Die Prüf-Plugins geben nicht nur Hinweise, sondern erzeugen einen vorzeigbaren Nachweis als gebrandeten PDF-Bericht.
Konzept, UX und Interface lagen in einer Hand. Von dort habe ich OCYRA bis zur lauffähigen Software gebracht. Die lokale KI baut auf Ollama und offenen Sprachmodellen auf, die einzelnen Fähigkeiten sind als Plugins angebunden.